Ausführlicher Lebenslauf
Hans Helmut Hiebel
Ich wurde am 18.5.1941 in Reichenberg/Sudentenland,
Tschechoslowakei, jetzt Liberec/Tschechien, als Sohn des
Textilingenieurs Helmut Hiebel (geb. 20.4.1910) und der
Tschechisch-Dolmetscherin Waltraud Hiebel (geb. 9.7.1913), beide
Eltern traten auch halb-professionell als
Sänger/Sängerin auf, geboren. Der Vater war von 1940
bis 1945 als einfacher Soldat bzw. Gefreiter und Schreiber im
Kriegsdienst, geriet im April 1945 in Königsberg in
russische Gefangenschaft, wo er erst im September 1949 in
die Heimat entlassen wurde und am 24. 9. 1949 mit nichts als
einem schwarzen Wintermantel in Lengenfeld bei Kaufbeuren aus
einem Bus stieg. Durch zwei Gelbsuchterkankungen (1942-1944)
hatte er sich eine Leberzirrhose zugezogen und zählte zu
den "Kriegsversehrten".
Der Tag meiner Zeugung (4. 8. 40):
"I wish my father or my mother ... ..."
dresden
Der Großvater, der Vater der Mutter, geb. 15.10.1877
als Konditorgeselle in Hamburg
opainhamburg
Die Eltern im Jahr 1955
In den Kriegsjahren - der Vater war zum Kriegsdienst eingezogen
worden - lebte ich mit der Mutter bei den Großeltern
(Foto: Großvater und Haus der
Großeltern um 1940) in Maxdorf, Dolni Maxov, bei
Reichenberg/Liberec. 1945 wurden meine Großeltern aus
ihrem Haus in Maxdorf (Foto: Das Haus in
Maxdorf in der kommunistischen CSSR 1977) vertrieben, mit
einem LKW abtransportiert in Richtung Ostdeutschland. Im Herbst
1946 kam ich mit Mutter und Schwester (Susanne
Hiebel, geb. 17.4.1945) als "Heimatvertriebener" in einem
Zug-Waggon eines Aussiedlungs-Transportes von Maxdorf im
Sudetenland nach Bayern, zunächst ins Auffanglager Lager
Lechfeld, dann nach Lengenfeld bei Kaufbeuren
(Zwangseinquartierung beim Bauern Kleinhans)
und 1950 nach Weißensee-Roßmoos bei
Füssen im Allgäu (jeweils ein Zimmer mit ca. 8 qm
für 4 bzw. 5 Personen).
Landschaft
zwischen Füssen-West, Weißensee und Hopfensee
(Im Jahr 1946 werden insgesamt 1,95 Millionen Sudetendeutsche
aus ihrer Heimat ausgewiesen.) In Lengenfeld und
Weißensee-Wiedmar besuchte ich die - jeweils einklassige -
Volksschule. 1952 zog die Familie in eine ca. 45 qm große
VDK-Wohnung (des Verbandes der Kriegsversehrten) in einer
Hälfte einer Doppelhaushälfte in Füssen-West
(Foto: Füssen im Winter; Forggensee bei Füssen), und ich
begann mit dem Gymnasium ("Oberschule" und später
"Oberrealschule" Füssen).
1957

Kontakte mit Kurt Schweigert (erstes
Photo), dem Architekten Wittek und seinen Söhnen
Oswin (zweites Photo) (Freitod 2.
8.1994)) und Wolfgang,
mit dem Maler und Zeichenlehrer Gottfried Herrmann (geb. 1907 in
Erlangen) (Bilder aus den 60er und den
90er Jahren: Figuren 1964, Ohne Titel 1962, Ausschnitt "Komödianten" -
1983/84, Satinetta - 1976, Ausschnitt Ohne
Titel/'Mondgebirge')
Herrmann in einer
(von mir organisierten) Ausstellung in Erlangen 1982

Gottried Herrmann: Acryl-Bilder aus den 60er
Jahren: Ohne Titel ( 'Mondgebirge'?), 1962, und: Zuschauer, 1961
):

dem Schulfreund Werner
Lichtenberg (später Maler,
München, Freitod 1984) mit dem Mathematik-Lehrer (und
späteren Erlanger Universitätsprofessor) Walther L.
Fischer (der Ezra Pound kannte und übersetzte für eine
Edition von Eva Hesse; er studierte das Altchinesische). 1960
erster Kontakt mit Hans Magnus Enzensberger (der mir sein
"Museum" und "Lektion der Stille", eine Sammlung polnischer
Lyrik, empfahl. Interesse an der APO
(Außerparlamentarischen Opposition), und der Zeitschrift
"konkret".
Einzensberger 1960 (abgebildet in der Zeitschrift konkret):

Bezug der Zeitschrift konkret, in der Enzensberger und z.B. auch Ulrike Mainhof zu Wort kamen.
In der Oberstufe, den Jahren 1957-1961, Lektüre von: Jean
Giono (Husar auf dem Dach),
Li-Tai-Pe in Klabunds Übersetzung, Ezra Pound
(Dichtung und Prosa bei Ullstein, ABC des Lesens) (Foto: Ezra Pound nach der Entlassung aus dem
Käfig in Pisa), Hemingway (49 Stories), Brecht:
Dreigroschenroman, Buckower Elegien; Enzensberger (Lyrik und
Radioessays - um 1959; ich hörte im Rundfunk Enzensberger
über Heidegger, über Johannes Gaitanides, über
Figurengedichte von Palazzeschi und Ostaijen und anderes
sprechen.), die Lyrik im "Museum der Moderne", Kafka (Amerika,
"Kaiserliche Botschaft" in der Stiasny-Bücherei),
Süßkind: Vom ABC zum Sprachkunstwerk, Deschner:
Kunst, Kitsch und Konvention, Dostojewski (Ein lächerlicher
Mensch), Henry Miller (vor allem: Big
Sur). Beginn des Studiums (Germanistik, Anglistik) 1961 in Erlangen.
henrymillerbigsur
Buchumschläge
Wenn ich Proust wäre, würde ich einen ganzen Band
über Buchumschläge schreiben. Sie strahlen - und
strahlten bei ihrem Erwerb - oft mehr aus, als der Inhalt des
Buches.
Soeben, Feb. 09, bei Proust entdeckt: "Romane würde ich in
Einbänden von ehemals sammeln, denjenigen aus der Zeit, in
der ich meine ersten Romane
las ..." (Bd 13, S. 296)
Heinz Schlaffer sagte: "Kultur ist die Gesamtheit der Reiseziele
von Bussen mit alten Frauen ..." Kultur ist nur mehr
für die Unkultivierten da.
Neben Henry Miller las ich: Kafkas Traumzauber-Roman
"Amerika", O'Neills Dramen, Tennessee Williams, E. E.
Cummings - und Enzensberger (seine Lyrikbände von
1957, 1960 und 1964 sowie seine geniale Lyrik-Sammlung "Museum
der modernen Poesie".

Erste Wahrnehmung Bildender Kunst: Modiglianis Akte, Picassos
Graphik, Matisse's Zeichnungen, Jean Miró, Tilmann
Riemenschneider; Ausstellungen von Gottfried Herrmann
(Große Kunstausstellung), HAP Grieshaber, Chagall,
Gauguin, Leger, Chinesischer Malerei im Haus der Kunst
München. Erste Besuche von Jazz-Konzerten (Th. Monk, Miles
Davis in München, John Coltrane in Nürnberg um 1960;
Treffen mit Monk, Gespräch mit Coltrane).
Erste Ferienarbeiten: Tellerwäscher im Hotel Liesl in
Hohenschwangau um 1954, Parkplatzwächter am Parkplatz Schloß Hohenschwangau,
schließlich 1960 Schloßführer auf
Hohenschwangau, dem Schloß der Eltern Ludwigs II.
Erste Kontake mit der Welt der USA über Pat (Patricia) Chicarell (geb. 13.
Aug. 44), der 16jährigen Tochter
(Foto: Mutter und Tochter) eines
1957/58 in der Kaserne Füssen stationierten GIs. 1958
'Hauslehrer' und Freund Birgit Hollmanns.
1960/61 erste längere Beziehung: Monika
Spitaler (geb. 18. Juni 45). 1963 Freundschaft mit Marie-Josephe Halleux aus Mouen bei Caen.
Im Juni 1961 legte ich an der Oberrealschule Füssen die
Reifeprüfung ab. In diesem Jahr übersiedelte die
Familie nach Fürth; der Vater hatte eine Stelle im
Versandhaus Quelle (Nürnberg/Fürth) angenommen,
nachdem er den Weg in die Musik (Angebot des Bayrischen
Rundfunks, Mitte der Fünziger Jahre, ihn als Sänger
anzustellen) endgültig ausgeschlagen hatte. Ich studierte
in Erlangen Germanistik und Anglistik bzw. Amerikanistik
(vorübergehend auch Philosophie und Romanistik) von 1961
bis 1968; die wichtigsten Lehrer waren: die Anglisten Erwin Wolf
und Theodor Wolpers (Anglistik und Amerikanistik), die
Philosophen Kamlah, Manfred Riedel und Paul Lorenzen mit seinen
Schülern Schwemmer, Lorenz, Mittelstraß; die
Germanisten Helmut Prang, Hans Schwerte (alias Schneider,
SS-Obersturmbannführer), Ulrich Fülleborn, Kurt
Wölfel, Gerhard Neumann. 1964 kam Kurt Wölfel aus
Würzburg bzw. Göttingen mit den Assistenten Heinz
Schlaffer und Klaus-Dieter Schlüer nach Erlangen; Licht ins
Dunkel: Aufklärung, Sturm und Drang und auch Romantik
stellten sich neben Konservativismus und Langeweile. (Schwerte
gab sich den Anschein der Modernität,
Prang, der auch Enzensbergers Angriffe ertragen
mußte, lieferte langweilige Pauschalurteile.)
hansstudentenausweis
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Heinz Schlaffer |
Gisbert Ter-Nedden - war neben H. Schlaffer und
Klaus-Dieter Schlüer (der auch Lyrik schreibt) - Assistent
bei Kurt Wölfel. Sparsam im Hinblick auf Publikationen, ist
doch alles, was er schreibt, genau durchdacht und gegen
unüberlegte Konvention gerichtet (zu Lessing, Brecht,
Parabel, Schriftkultur, Aufklärung, Religion, Krieg u.a.)
Ter-Nedden starb nach schlimmer Krankheit am 18. April 2014.
Lektüre in dieser Zeit: E.E. Cummings, Garcia Lorca,
Giuseppe Ungaretti, Allan Ginsberg, Lawrence Ferlinghetti, vor
allem Samuel Beckett
Samuel Beckett (aus: wikimedia)
beckett aus wikimedia
(am 10. 2. 1962 sah ich mit Walther L. Fischer "Endspiel" in einer für mich hervorragenden Aufführung von Frederic Ribell im Studenten- bzw. Kellerlokal "Strohhalm" in Erlangen), William Saroyan, dessen Kurzgeschichten und Romane ich las, (22.2.1962: Die Pariser Komödie, Aufführung in Erlangen), Max Frisch ("Andorra" März 1962), Truman Capote (Siehe Foto: Capote und Marilyn Monroe 1954): Master Misery und andere Erzählungen. Andere Stuben, andere Stimmen. William Faulkner, E. Hemingway, wieder H. M. Enzensberger, James Joyce, Gisela Elsner, Klaus Röhler, entdeckte Dietrich Werner und H. Ch. Buch; weitere Lektüre: Georg Büchner, Arno Schmidt, K. Ph. Moritz, Lawrence Sterne, Gustave Flaubert, erneut Franz Kafka, Geschichte der Poetik und Ästhetik (in Richtung Examen und schließlich Dissertation - zu Epos- und Romantheorie).
Nachdem ich in Enzensbergers Vita von "Reisen durch Europa"
gelesen hatte, bereiste ich per Auto-Stop Italien, Frankreich,
England; mit dem Motorrad Kroatien bzw. Jugoslawien; seit 1962
häufig in Kroatien: Karlobag - mit Besuchen beim Fischer Ivo Babic und seinen Kindern
(Ive, Mile, Iwanka, Karlo), in Mimice - mit Besuchen bei Zeljiko
Mimica, in Postup, Mokalo und Podobuce auf Peljesac. (Foto: Bakara und Podobuce)
Studienfreund Rainer Klein - Schriftsteller vom Format eines
Jean Giono (hat aber noch kein Wort geschrieben).
Ähnlichkeiten auch mit Lawrence Durrel, Henry Miller,
William Saroyan. Fuhr mit 17 den Eltern davon, mit dem Fahrrad,
nach Marokko. So ähnlich ging es dann weiter - bis heute.
Rainer mit Saft:
rainermitsaft
Rainer vor dem Ferienhaus seiner Schwester bei Kalamata auf der
Peleponnes (ca. 2004)
rainergriechenland
Rainer, der Unverwechselbare, der Dichter, der nicht schrieb. Er
starb in Perugia
am 25. Juni 2014
dichter klein
Vom Herbst 1965 bis zum Sommer 1966 war ich als Stipendiat (des
British Council bzw. der King Edward VII Foundation) an der
University of Sussex/Brighton. Dort vor allem bei David Daiches,
Lawrence Lerner (Anglistik) und A. Thorlby (Germanistik); Besuch
bei Peter Gans, Oxford. Mitarbeit am Studententheater Sussex
(David Peel: Beckett: Krapp's Last Tape; David Mowat: Ionesco:
The Lesson - Ibsen: Ghosts), Bekanntschaft mit Henry
Meyric-Hughes (jetzt Direktor der Hayward Gallery).
Lektüre: Beckett, Joyce (Ulysses, Portrait of the Artist as
a Young Man), Sterne (Tristram Shandy), Richardson, Jane Austen.
1964 (am 17. 10. 1964) wurde mein Sohn Stephan Hundsdörfer
geboren (seine Mutter: Ilse Mock, geb.
Hundsdörfer). (Stephans Tochter: Lorna)
Stephan 1996

1964/65 nähere Beziehung mit Ursula Kneitinger aus
Lechbruck bei Füssen, die ich seit 1960 - als Schwester
meines Freundes Helmut Kneitinger -
kannte.
1966
Erlangen

1966, am 20. Juli, heiratete ich Ursula Kneitinger, geb. 29. 6.
1946 in Mickhausen bei Augsburg; kirchliche Trauung 24. 9. 1966.
Ursula Kneitinger 1965
Die Ideologien bzw.
Illusionen der Studentenbewegung ("sexuelle Revolution")
führten bald zu einer Trennung; die Scheidung fand indes
erst am 18. 5. 1976 statt. Die freundschaftlichen Kontakte zu
Oswin Wittek und Werner Lichtenberg und seiner Frau Heidi
Lichtenberg (jetzt "Lilith": Gemälde, Plastiken,
Keramik, München) blieben bis zum Freitod beider Freunde
erhalten.
Die Vertreibung des 'Mittelalters' aus der Universität
Erlangen (später "Erlangen-Nürnberg") geschah auch
durch die Gründung des SDS (des Sozialistischen Deutschen
Studentenbunds) in Erlangen 1966, an der ich (zusammen mit Karl
Held, Robert Kurz u.a.) teilnahm. Die Ablehnung von
Wiederbewaffnung bzw. Bundeswehr, Vietnamkrieg, Atomwaffen,
Herrschaftsstrukturen in Gesellschaft bzw. Universität,
Notstandsgesetzen usw. waren neben illusionistischen Hoffnungen
auf Herrschaftsfreiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und
Brüderlichkeit, auf Umverteilung des Reichtums und der
Macht usw. die motivierenden Kräfte. Später
stießen auch aus dem 'Establishment' kommende
Interessenten zum SDS: Die Assistenten Heinz Schlaffer, Elmar
Altvater, Arnhelm Neusüß, Christel Neusüß
u.a.
Die politische Landschaft veränderte sich nach den
Gipfelpunkten (Schahdemonstration, Tod des Studenten Benno
Ohnesorg durch die Kugel eines Polizisten, Attentat auf Rudi
Dutschke, Notstandsgesetze usw.). Nach 1968: Es entstanden die
dezentralisierten Basisgruppen an den Instituten; so am Institut
für Germanistik in Erlangen, wo ich dann im Rahmen des
Einführungsprogramms Grundkurse unterrichtete (zu denen
auch Marx-Lektüre gehörte). In dieser Zeit entstand
die "Marxistische Gruppe", die sich später spaltete in eine
"Theoriefraktion" ("Marxistische Gruppe" im engeren Sinne, die
in München ihr Zentrum hatte und dann bundesweit Ableger
umfaßte), und die weniger langlebige "Praxisfraktion".
Marx-Studium (vor allem: Kapital I-III), unter anderem mit
Freerk Huisgen, Hans-Joachim Giegel, Christa Perabo u.a.). In
dieser Zeit bedrohte das Berufsverbot die politisch Aktiven.
1968 war ich mit meiner Frau Ursula geb.
Kneitinger und den Freunden Hartmut Schmidt und Ulrike
Schmidt-Schladebuch in eine Wohngemeinschaft, "WG", gezogen. Mit
dem Marxstudium setzte - was paradox erscheinen mag - auch,
inspiriert durch H. Marcuse, Th. W. Adorno, J. Habermas das
Studium der Psychologie und zugleich Antipsychologie und
Antipsychiatrie ein, damit begannen auch die Experimente der
"Kommune I" und "Kommune II", die Proklamation der "freien
Liebe" bzw. "sexuellen Revolution", die Verfemung der
"bürgerlichen Ehe", die "antiautoritäre Erziehung" mit
der Gründung von "Kinderläden" usw. Die Vereinigung
von Soziologie und Psychologie erscheint als eine im Kern
widersprüchliche Denkform; aber die 'Revisionisten' Adorno,
Horkheimer, Marcuse u. a. hatten dem den Weg geebnet.
1968 legte ich das Wissenschaftliche Staatsexamen für das
Lehramt an Gymnasien in den Fächern Deutsch und Englisch
(mit einer Zulassungsarbeit zur Epos- und Romantheorie bei J.G.
Gottsched) ab. Am 14. Juli 1972 promovierte ich zum Dr. phil.
mit der Dissertation DIE DEUTSCHE EPOS- UND ROMANTHEORIE
IM 18. JAHRHUNDERT (veröffentlicht unter dem Titel
"Individualität und Totalität. Zur Geschichte und
Kritik des bürgerlichen Poesiebegriffs von Gottsched bis
Hegel anhand der Theorien über Epos und Roman", Bonn 1974).
1982 reichte ich meine Habilitationsschrift über
FRANZ KAFKA an der Universität Erlangen ein („Franz Kafka.
Konfigurationen des Rechts, der Macht und des Begehrens“;
veröffentlicht unter dem Titel "Die Zeichen des Gesetzes.
Recht und Macht bei Franz Kafka", München 1983) und wurde
am 24. 5. 1982 für das Gebiet der Neueren deutschen
Literaturgeschichte habilitiert. Von 1968 bis 1982 war ich als
Wissenschaftlicher Mitarbeiter (DFG-Projekt: "Wörterbuch
der Poetik des 16., 17. und 18. Jahrhunderts" unter Leitung von
Kurt Wölfel) und schließlich als Wissenschaftlicher
Assistent (bei Kurt Wölfel) in Erlangen tätig. Im
September 1982, nach der Habilitation, wurde ich für drei
Jahre zum akademischen Oberrat a. Z. ernannt. Die Erteilung der
Lehrbefugnis und die Ernennung zum Privatdozenten erfolgte am
12. 4. 1984. Im SS 1983 vertrat ich in Erlangen und im SS 1984
in Gießen einen C4-Lehrstuhl.
Ich habe am 4. 10. 1977 Ursula Elvira Schmeller, geb. am 2. 4.
1954 in Erlangen, geheiratet.
Hans ca. 1972/73
hansfürth
hanspoppenberg
Collage von Uschi für mich - 1972
uschis
collage
Uschi auf der Akropolis - nach Agios Joannis, Volos,
Skopelos, Athen - 1973:
akropolis 73
In Saint Jean De Luce bei Biaritz
Uschi Saint
Jean De Lue
Heirat 1977
Wir waren 1974 aus der WG in eine "bürgerliche" Wohnung
gezogen. Am 20. 10. 1977 wurde unser Sohn Holger Johannes und am
3. 11. 1983 unsere Tochter Hannah Christina geboren. 1979 war
meine Mutter (genau 10 Jahre nach dem Tod meines Vaters)
gestorben. Wir bezogen 1979 ein Reihenhaus in Heßdorf bei
Erlangen. Meine Frau hat 1978 das 1. und 1983 das 2.
Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien (Deutsch,
Sozialkunde, Geschichte) abgelegt und 1984 eine Planstelle
angetreten. Am 1.1. 1985 begann ich eine DAAD-Langzeitdozentur
an der University of Sussex (Brighton/England) und wurde zum
"Reader" of German ernannt. Die Dauer war leider befristet - auf
5 Jahre. Anfang 1985 erhielt ich einen Ruf an das Institut
für Germanistik an der Karl-Franzens-Universität Graz,
Österreich, und wurde mit Wirksamkeit zum 1. September 1985
zum "ordentlichen Universitätsprofessor" für
"Österreichische Literatur und Allgemeine
Literaturwissenschaft" an der Karl-Franzens-Universität
Graz ernannt. Daher hatte ich die Stelle in England
gekündigt. Meine Frau gab quasi gezwungenermaßen die
Planstelle am Gymnasium auf und die Familie übersiedelte
Anfang September 1985 von Heßdorf bei Erlangen nach Graz.
Die Emeritierung erfolgt 2009; ich unterrichtete noch bis 2011.
Ursula
Hiebel 1998

Seit 1985 lehre ich an der Universität Graz. Im summer
term 1988 war ich als Gastprofessor an der Sussex
University/Brighton tätig. Ich habe in der Zwischenzeit an
Symposien zu Büchner (Marburg), Kleist (Oldenburg), zur
Romantik (Strasbourg), zu Ingeborg Bachmann (Canton, New York)
und zur Literatur der Moderne (Klagenfurt), zur
Österreichischen Literatur und Kultur (University of
California at Riverside), zu Samuel Beckett (Den Haag,
Strasbourg, Berlin), Kafka (Klosterneuburg/Wien) und zu Theodor
Storm (Husum/Hamburg) teilgenommen und Vorträge zu Kafka,
Büchner, Schiller, Lenz, Kleist, Horvath und anderen
Autoren des 18., 19. und 20. Jahrhunderts in Würzburg,
Strasbourg, Brighton, Birmingham, Montreal, Edmonton, Vancouver,
Riverside, Canton, Bloomington/Indiana, Amherst, Wien,
Klagenfurt, Zagreb, Santa Barbara, Husum/Hamburg, Jena und
andernorts gehalten.
In den Rocky Mountains nach dem IVG-Kongress in Vancouver 1995
Die Trennung erfolgte 2001, die Scheidung im Dezember 2011.
Im Zuge der Vortragstätigkeit gelang es mir auch, Tony
Miller, den Sohn Henry Millers, in Big Sur aufzusuchen; Lawrence
Ferlinghetti, den ich in Graz (sic!) kennengelernt hatte, zu
besuchen und zu interviewen, Interviews mit dem Beckett-Verleger
John Calder zu führen, mit Samuel Beckett zu
korrespondieren ...
Zu meinen engen Freunden (politically correct: FreundInnen),
rein privater und teilweise kunstbezogener Natur, gehören
bzw. gehörten: meine Schwester: Susanne Despineux, geb.
Hiebel, Ilse Mock, geb. Hundsdörfer (gest.), Inge
Jrschitzka (1952!), Sylvia Rauch (verh. Lónyay, Wien),
In Graz arbeitete bzw. arbeite ich mit meinen AssitentInnen:
Günther Höfler,
Dem Bereich der Künste
wären zuzurechnen: Gottfried Herrmann, Gerhard Köpf
(Schulfreund aus Füssen), Wolfgang Maurer (Zeichenlehrer,
Maler, Füssen), Marek Kedzierski (Regisseur,
Übersetzer, übersetzt Beckett ins Polnische,
Dramatiker), Eva Hesse, Lawrence Ferlinghetti -
(Ferlinghetti in seinem Büro in City Lights/San Francisco,
bei einem Besuch/Interview 1992)

- Hermann Kinder, Samuel Beckett, Walter Asmus (Regisseur, Becketts Regieassisten), John Calder (Beckett-Verleger), Erika Tophoven-Schöningh (Beckett-Übersetzerin), Martin Esslin, James Knowlson, Lois Overbeck, Christopher Couch (Maler, Schüler Lukian Freuds), Tony Miller (Sohn Henry Millers in Big Sur; Haus und Garten auf Partington Ridge bei einem Besuch bei Tony Miller 1992; die Schale für das Vogelfutter steht noch immer da - seit 1957, als Henry Miller sich mit seinen Kindern Valerie und Tony photographieren ließ [siehe Rowohlt-Monographie zu H. Miller].
Ein Forschungssemester im Sommer 1989 machte es mir
möglich, drei geplante Bücher zu vollenden: eine
Monographie zu Ibsen ("Henrik Ibsens
psycho-analytische Dramen"), eine Studie zur Dramentheorie mit
dem Reprint von Gottfried Zeissigs Dissertation ("Die
Ueberwindung der Rede im Drama") und die Edition eines
Sammelbandes zum Verhältnis von Technik und Literatur bzw.
Medien und Literatur („Medien und Maschinen. Literatur im
technischen Zeitalter") zusammen mit Theo Elm. Zu den anderen
Buch-Veröffentlichungen siehe Main Page und
Wissenschaftliche Aufsätze - sowie Literarische Werke.
Am 6. 12. 1993 wurde vom österreichischen Fonds zur
Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) mein
Antrag auf Einrichtung eines Forschungsprojekts mit dem Titel
„Literatur und Medien“, dessen Aufgabe die Erforschung des
Einflusses der Medienumwelt auf die Formen der Literatur sein
soll, genehmigt; die Projektgruppe nahm am 1. 2. 1994 ihre
Arbeit auf. Folgeprojekte wurden bis Ende 2000 genehmigt;
mittlerweile sind erste Projektresultate (eigentlich Vorstufen
zum Endresultat) erschienen: "Kleine Medienchronik" (Beck),
"Große Medienchronik" (Fink) und "Die Medien" (Fink, UTB).
Das eigentliche Ziel des Projekts war die Vermittlung von
Mediengeschichte und Literatur, es wurde leider nur in der Form
erreicht, daß ausschließlich Einzelstudien der
verschiedenen Mitarbeiter vorliegen, teils veröffentlichte,
teils nur im Manuskript vorliegende. Eine Förderung der
Drucklegung dieser Resultate wurde nicht genehmigt.
Unser Sohn Holger Johannes
Holger 1999
Holger
2000
studiert seit 1998 gewissenhaft, erfolgreich und unbeirrt die
Fächerkombination "Toningenieur", d.h. eine Verbindung von
Elektrotechnik und Musik (mit dem Instrument: Klavier);
Diplomprüfung 2005. Er begann seine berufliche Karriere als
Entwickler bei Philipps. Unsere Tochter schloß 1998 ihre
4. Gymnasialklasse mit "sehr gut" ab und begann dann das
Gymnasium in Form einer Abendschule fortzusetzen, die Matura/
das Abitur fiel in das Frühjahr 2006. Seither studiert sie
Psychologie an der Universität Graz. Diplom mit
Auszeichnung 2013.
Hannah Anfang 1999

Nach einer Herzmuskelentzündung und Nervenkrise
Anfang 1995 versuchte ich einige 'alternative' Tätigkeiten:
1996 Percussion (Afrikanische Djembe),
2002 Samba-Gruppe (Grazamba), 1999 Reiten (therapeutisches
Reiten,
dann Dressur - auf Halif, Struppa, Fulton, Zeus, Rocco, Oase
und Patriot). (Halif
war das erste Pferd meines Lebens, auf das
ich mich durch Ermunterung von Dagmar Zidek (Neurologin,
Reittherapeutin) zu setzen wagte ... Sie nahm mir auch die
Furcht
vor Schäferhunden. So eerstanden wir den
Schäferrüden Aron. Auf Halif folgten Struppa, dann
Fulton, der Einäugige, dann hatten wir ein Jahr lang den
Hengst Zeus, Mai 2001 bis Mai 2002, als eigenen Besitz, es
folgten Reitstunden auf Rocco, 2002 bis 2003, dann Oase, 2004,
dann Patriot 2004/05 bis 2009, als ich nach einem Sturz des
Reiten aufgab.)
Hannah 2003 - im Urlaub auf Fuerte Ventura - erkundet die Canarischen Inseln ... Surfen - und eine Erkältung-Bekommen ...

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2004 - unter einer Zeichnung der ca. 8jährigen Hannah aus
dem Jahr 1991

Holger im August 2005 - kurz vor
Beendigung seines Studium (Toningenieur)

Holger
und
Stephan, der im August 2005 mit Lorna aus Berlin zu Besuch in
Graz war

Lorna Bauer in Graz, kurz vor ihrem
13. Geburtstag, den sie bald darauf, am 18. August 2005,
mit Mutter Steffi Bauer und Pferd Billy
in
Körzin bei Berlin feierte
Lorna - Stephan - Holger - Hannah 2005:
lorna, stephan,
holger, hannah
Unser Hund Aron von der Schloßruine (sic!) geb. 15. 3. 1999 (starb nach einem Unfall 2002)
Nach früher praktizierten Versuchen in Lyrik, Prosa und
Theater ein Band Erzählungen ("Dreharbeiten").
Das seit 1960 praktizierte intervallsweise Malen ab und zu
wieder aufgenommen:
Münster II
münsterbild
akryl2015
"Running", Akryl 2015
"Medusa"
- Ausschnitt

und
Photographieren
(Nördlich von Füssen im
Allgäu)
Aber beide traten indes mehr und mehr zurück; ebenso
das Klavierspiel.
Heinz Schlaffer im Jahre 1998: "Wir zwei sind jetzt dem Tode
näher als der Geburt".
1999

Von 2001 bis Herbst 2005 arbeitete ich an einer - nicht enden wollenden - Studie zur LYRIK im 20. Jahrhundert ("Das Spektrum der modernen Poesie"). In ihm werden - unter anderen - meine Lieblingsgedichte betrachtet. Diese Liebesgeschichte begann ungefähr 1955 - vor 50 Jahren ... mit Gedichten von Modigliani und Ezra Pound ... Exotischer Einstieg?
Mit Patriot 2005
patriot 05
Holgers Sponsion - Diplomingenieur/Toningenieur an der TU Graz
im Dezember 2005 (mit Auszeichnung)
sponsion 05
sponsion mit
mutter/schwester
Hannahs Matura-Feier - Februar 2006 (mit Auszeichnung):
matura 06
Holger heiratete am 5. September 2014 Verena Voitek.
Hans (Helmut) Hiebel 2012
Nach der Emeritierung 2009 unterrichtete ich
bis 2011.
ferne
hans in
michlgleinz
Hans H. Hiebel 2013
ball 2013Z
Hans mit Enkel Fabian Johannes, dem am 22. Sept. 2015 geborenen Sohn von Holger und Verena Hiebel
Roswitha Maria Jauk, Lebensgefährtin seit 2001
Roswitha Maria Jauk
Roswitha Maria Jauk
Roswitha Maria Jauk
Zuletzt geändert am 10.10. 2015
Bildergalerie
Alle in der Originalseite verlinkten Bilder sind hier zusätzlich eingebunden.







